INTERNATIONALER AKTIONSTAG
GEGEN DIE TODESSTRAFE
30. NOVEMBER 2019

Unseren Flyer können Sie hier als PDF-Datei herunterladen und teilen.

Gemeinsam mit der Initiative gegen die Todesstrafe e.V. und Amnesty International Frankfurt am Main setzen wir am 30. November 2019, dem internationalen Aktionstag gegen die Todesstrafe, im Frankfurter Nordend ein weithin sichtbares Zeichen gegen das staatliche Töten von Menschen:

Ab 17 Uhr wird unsere Kirche St. Bernhard (Koselstraße 11-13, in der Nähe des Friedberger Platzes) blau beleuchtet. Damit reihen wir uns in den Kreis von über 2.000 Städten weltweit ein, die im Rahmen der Aktion "Cities for Life" ein markantes Gebäude beleuchten, um gegen die Todesstrafe mobil zu machen.

Ab 18 Uhr gibt Amnesty Frankfurt in unserer Kirche zunächst einen Überblick über die Lage der Todesstrafe weltweit. Anschließend lesen wir aus Briefen, Gedichten und Erzählungen von Gefangenen, die in den USA in Todeszellen leben bzw. gelebt haben.

Vor und nach der Lesung stehen unsere Kooperationspartner (auch mit umfangreichen Materialien) für weitere Fragen und für einen Gedankenaustausch zur Verfügung.

Todesstrafe: unzulässig!

Immer noch gilt die Todesstrafe vielen Menschen – auch Christ*innen – als gerechte Strafe und angemessene Sühne für schwerstes Unrecht. Die katholische Kirche hingegen lehnt die Todesstrafe seit langem kategorisch ab und setzt sich aktiv für ihre Abschaffung ein, weil kein Mensch das Recht hat, über Leben und Tod eines anderen Menschen zu entscheiden.

Angesichts des wachsenden Bewusstseins dafür, dass die Würde eines Menschen auch dann nicht verloren geht, wenn er schwerste Verbrechen begangen hat, hat Papst Franziskus die grundsätzlich ablehnende Haltung der katholischen Kirche gegenüber der Todesstrafe im vergangenen Jahr noch einmal bekräftigt und den Katechismus, das Nachschlagewerk des römisch-katholischen Verständnisses des christlichen Glaubens, entsprechend geändert: Die Todesstrafe ist unzulässig, weil sie gegen die Unantastbarkeit und Würde der Person verstößt.

Cities for Life –
Städte gegen die Todesstrafe

Im Jahr 2002 hat die geistliche Gemeinschaft Sant'Egidio – eine christliche Laienbewegung mit über 70.000 Mitgliedern in 74 Ländern, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzt – den 30. November zum internationale Aktionstag der "Cities for Life" (Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe) ausgerufen, um global gegen die Todesstrafe mobil zu machen. Das Datum knüpft an den 30. November 1786 an, an dem das Großherzogtum Toskana als erster Staat der Welt Folter und Todesstrafe für abgeschafft erklärte.

Inzwischen beteiligen sich mehr als 2.000 Städte auf fünf Kontinenten an dieser weltweiten Aktion. Viele von ihnen beleuchten als sichtbares Zeichen gegen die Todesstrafe ein markantes Gebäude (z.B. in Rom das Kolosseum). Deutschlandweit nehmen mehr als 200 Städte und Gemeinden teil, darunter erstmals auch die Stadt Frankfurt am Main. Damit gehört "Cities for Life" heute zu den größten zivilgesellschaftlichen Mobilisierungen weltweit. Weitere Informationen zu "Cities for Life" finden Sie unter http://nodeathpenalty.santegidio.org

Auch unsere katholische Kirche St. Bernhard im Frankfurter Nordend (Koselstraße 11-13) wird anlässlich des Aktionstages blau beleuchtet sein, um wenigstens in unserem Quartier ein weithin sichtbares Zeichen zu setzen.

Life on Death Row –
Leben im Todestrakt

In Kooperation mit der Initiative gegen die Todesstrafe e.V. und Amnesty International Frankfurt wollen wir am internationalen Aktionstag gegen die Todesstrafe den Fokus auf Menschen richten, die in Todestrakten leben. An eine kurze Einführung zur derzeitigen Situation der Todesstrafe weltweit schließt sich eine Lesung aus Briefen, Gedichten und Erzählungen von Gefangenen in Todeszellen der USA an. Die Texte geben Innenansichten von Delinquenten, die wegen eines Tötungsdelikts zum Tode verurteilt wurden, und lassen die Menschen hinter den Tätern erkennen.

Dabei ist nicht nur die inhaltliche Bandbreite, sondern auch der Tiefgang der Beiträge enorm: Ohnmacht und Verzweiflung bahnen sich genauso Raum wie Gedanken über Schuld und Versöhnung oder Zeugnisse des Glaubens und des tiefen inneren Friedens. Für besondere Spannungen sorgen Schilderungen von Alltagsbeobachtungen, die schon meditative Züge tragen, und von Emotionen, die in krassem Gegensatz zu den begangenen Taten stehen.

Todesstrafe: weltweit rückläufig

Es ist auch internationalen Protestaktionen wie "Cities for Life" zu verdanken, dass die Todesstrafe weltweit auf dem Rückzug ist. Zwei Drittel aller Staaten haben sie entweder per Gesetz abgeschafft oder verhängen sie in der Praxis nicht mehr. Auch die Zahl der Hinrichtungen ist deutlich rückläufig.

Allerdings sind auch gegenläufige Tendenzen zu beobachten. So hat Präsident Trump im Juli dieses Jahres die in den USA seit 2003 bestehende Praxis, Todesurteile auf Bundesebene nicht zu vollstrecken, beendet; die erste Hinrichtung ist für den 9. Dezember 2019 angesetzt. Auch der türkische Präsident Erdoğan hat sich in den letzten Jahren wiederholt für die Wiedereinführung der Todesstrafe ausgesprochen.

Nach Angaben von Amnesty International wurden 2018 mindestens 2.531 neue Todesurteile in 54 Ländern gefällt, mindestens 19.336 Menschen saßen im vergangenen Jahr weltweit in Todeszellen. Ihnen allen droht der Tod durch Enthaupten, den elektrischen Stuhl, Erhängen, die Giftspritze oder Erschießen. Im Iran wurden zwei Menschen zum Tod durch Steinigen verurteilt. Den Amnesty-Bericht zur Todesstrafe 2018 finden Sie unter www.amnesty.de/​informieren/​aktuell/ amnesty-bericht-zur-todesstrafe-2018

Unsere Kooperationspartner

Die Initiative gegen die Todesstrafe engagiert sich für eine weltweite Abschaffung der Todes­strafe und unterstützt Gefangene, denen die Todes­strafe oder Folter droht. Die Schwerpunkte ihrer Tä­tig­kei­ten liegen in der Öffent­lich­keits­arbeit, par­tei­un­ab­häng­igem politischem En­ga­ge­ment und der Ge­fan­genen­unterstützung. Weitere Informationen: www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

Amnesty International ist die weltweit größte Bewegung, die für die Menschenrechte eintritt. Amnesty ist von Regierungen, Parteien, Ideologien, Wirtschaftsinteressen und Religionen unabhängig. Ihre Kampagnen und Aktionen basieren auf den Grundsätzen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Weitere Informationen: www.amnesty-frankfurt.de

Katholische Kirchengemeinde Dom St. Bartholomäus · Gemeinde St. Bernhard
Gemeindebüro: Eiserne Hand 6 · 60318 Frankfurt am Main · Tel. (0 69) 95 90 842-0 · E-Mail: pfarrei@dom-frankfurt.de
Redaktion: Andre Papp-Kleinjung (Beauftragter Öffentlichkeitsarbeit St. Bernhard)

Die Katholische Kirchengemeinde Dom St. Bartholomäus ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts und wird vertreten durch den Verwaltungsrat, dieser durch den Verwaltungsratsvorsitzenden, Pfarrer Dr. Johannes zu Eltz, Domplatz 14, 60311 Frankfurt am Main.

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